Bericht vom 17. Netzwerktreffen

Verfasst von admin on Do, 20/10/2005 - 15:36 in

Das Angehörigennetzwerk wird in den neuen Bundesländern aktiv!

Im Februar 2005 trafen sich in Leipzig die MitarbeiterInnen des Angehörigennetzwerks zu ihrem 17. Netzwerktreffen. Schwerpunktthema war: Neue Strategien, neues Konzept?

Altes Rathaus LeipzigIm Osten von Deutschland gibt es bisher noch keine Angehörigen, die in unserem Netzwerk aktiv mitarbeiten und Ansprechpartner für andere Angehörige sind.
Dieses zu ändern und unsere Arbeit bekannter zu machen, war einer der Gründe für uns nach Leipzig zu fahren.

Am ersten Abend waren wir zu Gast bei der Aidshilfe, um etwas über die Arbeit vor Ort zu erfahren. Wir waren sehr erfreut zu erleben, wie aktiv die Leipziger AH in allen Bereichen ist. Auch der Bereich der Angehörigenarbeit wird von der Aids-Hilfe Leipzig aktiv und mit Erfolg betrieben.

Unser Bestreben, den ersten regionalen Infotag in den neuen Bundesländern in Leipzig zu veranstalten, fiel auf fruchtbaren Boden. Die MitarbeiterInnen der Aidshilfe, Jutta und Hans, sagten uns sofort ihre Unterstützung zu. Wir konnten bereits sehr konkret in die Planung einsteigen. Der Vorteil ist unser bereits zweimal erfolgreich erprobtes Konzept, das auf der Einbindung der regionalen Strukturen beruht. Als Termin wurde der September vereinbart, wann genau wird noch festgelegt.

Beim Arbeitstreffen der nächsten Tage wurde von uns unsere bisherige Arbeit kritisch betrachtet und überlegt, was sich bewährt hat und an welchen Punkten wir unsere bisherigen Strategien verändern müssen. War es gestern noch Aufgabe und Ziel, viele neue Angehörigengruppen entstehen zu lassen, so steht das heute nicht mehr im Vordergrund unserer Arbeit. Gespräche am Telefon oder Anfragen über E-Mail bilden vielmehr heute die Schwerpunkte unserer Arbeit. Oft sind solche Kontakte zunächst einmal ausreichend. Bei Bedarf wird der Kontakt erneuert, wenn konkrete Fragen auftreten. Wie auch in der allgemeinen Aidshilfe-Arbeit hat sich gezeigt, dass die Bereitschaft und das Interesse sich auf längerfristige Kontakte einzulassen, mehr und mehr schwindet. Das hängt wohl vor allem damit zusammen, dass Aids viel von seinem früheren Schrecken verloren hat. Wenn bei Angehörigen der erste Schock verarbeitet ist und die dringendsten Fragen beantwortet sind, werden sich die meisten Menschen mit der HIV-Infektion ihres Angehörigen arrangieren. Wichtig ist aber, dass das Angebot der ersten Beratung authentisch, kompetent und anonym weiter angeboten wird. Hier Hilfe leisten zu können, ist eine der Stärken des Angehörigennetzwerkes.