Auszug aus der Laudatio der Bundesministerin für Gesundheit und soziale Sicherung Ulla Schmidt
In einer Veranstaltung zu Ehren von Robert Koch, der vor 100 Jahren den Nobelpreis für Medizin erhielt, am 19. Dezember 2005 überreichte die Bundesministerin für Gesundheit und soziale Sicherung, Ulla Schmidt, die von Bundespräsident Köhler verliehenen Auszeichnungen an 16 Bürgerinnen und Bürger.
Ein Auszug zur Laudatio für unsere Netzwerksprecherin Erika Trautwein:
Frau Erika Trautwein, deren Sohn an den Folgen von AIDS verstarb, ist Mitbegrunderin und Sprecherin des Netzwerkes der Angehörigen von Menschen mit HIV und AIDS und in dieser Funktion zentrale Ansprechpartnerin im Bundesverband der Deutschen AIDS-Hilfe.
Das Netzwerk der An- und Zugehörigen verfolgt das Ziel, Angehörigen in vergleichbaren Lebenssituationen miteinander ins Gespräch zu bringen, über HIV/AIDS zu informieren und Angehörige zu stärken, über den Verlust des Familienangehörigen hinwegzukommen. Noch immer haben viele Familienangehörige Angst, in ihrem sozialen Umfeld über die HIV-Infektion, die Homosexualität, Drogenkonsum oder Gefängniserfahrungen eines Familienangehörigen zu sprechen. Im Rahmen des Internetauftritts des Netzwerks wird anonyme Beratung angeboten, über Aktivitäten informiert und konkrete Unterstützung gegeben. Über ein Plakat und Flyer macht das Netzwerk in Aidshilfen, Gesundheitsämtern, kirchlichen Einrichtungen und an vielen anderen Orten auf sich aufmerksam. Das bürgerschafliche Engagement, das hier zum Ausdruck kommt und maßgeblich von Erika Trautwein geprägt und begleitet wird, kann durch institutionelle Einrichtungen nicht erbracht werden. Das hohe Maß an Authentizität, erfahrungsbezogener, aber auch fachlicher Kompetenz macht diese Arbeit in Deutschland unersetzbar und im Bereich HIV/AIDS einzigartig.
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