Dirk sagt
Als ich von meinem Freund mit seinem positiven Testergebnis konfrontiert wurde, war ich mit der Situation völlig überfordert. Mir war nicht klar (und ist es bis heute nicht) wer von uns Beiden in diesem Moment mehr Trost brauchte.
Ich hielt mich für gut informiert, musste aber trotzdem zunächst mein Informationsdefizit abbauen und ihn auffangen, denn plötzlich lag unsere gemeinsame Zukunftsplanung in Schutt und Asche.
Schnell merkte ich, dass ich als Angehöriger, andere Bedürfnisse als er im Umgang mit HIV und AIDS habe, die von den klassischen Angeboten der AIDS-Hilfen oft nicht befriedigt werden können. Durch Zufall habe ich den Kontakt zum Netzwerk der Angehörigen gefunden, was mir den Umgang mit seiner Infektion sehr erleichtert hat. Wenn ich reden möchte ist immer jemand für mich da, aber auch ich bin für andere Betroffene da.
Obwohl es im ersten Moment unvorstellbar war, auch mit HIV ist ein glückliches Leben möglich. Ich möchte vieles, was wir uns in der Zwischenzeit aufgebaut haben, nicht mehr missen. Wir leben unser Leben trotz und mit HIV, aber nicht wegen HIV!
Liebe hat immer eine Zukunft, mögen die Grundbedingungen auch auf den ersten Blick unglücklich sein.
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