Jahresbericht 2009
Vorbemerkungen
Das Netzwerk der Angehörigen von Menschen mit HIV und AIDS besteht seit 1997 und leistet seitdem aktive Selbsthilfearbeit für Zugehörige. Die Arbeit bis zum Gründungsjahr 2008 erfolgte unter organisatorischer Anbindung an die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. in Berlin.
Entwicklung des Vereins
Per 31.12.2009 gehörten dem Verein elf ordentliche Mitglieder an. Darüber hinaus arbeiten weitere Mitarbeiter/innen an der Verwirklichung der satzungsmäßigen Ziele, ohne Mitglieder des Vereins zu sein.
Der Verein erhielt in 2009 Fördermittel durch die GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene und den AOK Bundesverband über jeweils Euro 3.000, die als Pauschalförderung und als Projektfinanzierung, zur Durchführung von Infotagen und für eine Weiterbildungsmaßnahme, zur Verfügung gestellt wurden.
Darüber hinaus erhielt der Verein im Jahr 2009 private Spenden in Höhe von € 1.080 und Zuwendungen im Rahmen von Sponsoring in Höhe von € 350,00.
Aufgrund der vielfältigen Aktivitäten im Berichtszeitraum waren die Aufwendungen des Jahres 2009 nur teilweise durch Einnahmen gedeckt, so dass planmäßig Teile der im Jahr 2008 gebildeten Rücklagen hierfür Verwendung fanden.
Die nach Abschluss des Jahres 2009 verbliebenen Mittel werden zur Vorfinanzierung beantragter Fördergelder (insbesondere Sicherstellung der Durchführung des im Frühjahr 2010 geplanten Infotages) und für die lfd. Ausgaben benötigt.
Einführung des Beratungsangebotes „Wer soll es wissen?“
Das Beratungsangebot für HIV-positive Menschen und ihre Zugehörigen zu der individuellen Fragestellung, wer von der Infektion erfahren soll, wurde zu den Positiven Begegnungen, der Konferenz für Menschen mit HIV und AIDS und ihrer Zugehörigen, im Januar 2009 in Stuttgart der Öffentlichkeit vorgestellt und eingeführt.
In diesem Kontext wurde auch der Workshop M 4 auf den Positiven Begegnungen zum Thema Positives Coming-Out mitgestaltet und wichtige Aspekte für die Teilnehmer aber auch die Beratungspraxis herausgearbeitet. Für Interessierte sei auf den Bericht zu diesem Workshop auf unserer Internetseite verwiesen.
Innerhalb der zwei Infotage des Jahres wurde darüber hinaus dieses Thema im Rahmen von Gesprächsrunden ausgegriffen und mit den Teilnehmenden vertieft.
Zur Sicherstellung eines einheitlichen Beratungsstandards fand vom 20.bis 22.11.2009 in Berlin eine Weiterbildung der Netzwerkmitglieder zu diesem Themenkomplex statt. Auch für die folgenden Jahre ist vorgesehen, an der Weiterentwicklung und Qualitätssicherung zu diesem Beratungsangebot zu arbeiten.
Aktivitäten
Die Information und Beratung von Zugehörigen von Menschen mit HIV und AIDS im persönlichen Gespräch, per Telefon oder E-Mail stand auch im Jahr 2009 im Vordergrund unserer Tätigkeit. Darüber hinaus wurden HIV-positive Menschen im Rahmen des Angebotes „Wer soll es wissen?“ beraten.
Im Januar 2009 beteiligte sich das Netzwerk an der Konferenz Positiven Begegnungen in Stuttgart. So wurde am Eröffnungstag ein offener Raum zur Begegnung gestaltet und an einem Workshop (s. o.) mitgewirkt. Weiter konnten sich die Netzwerkmitglieder zu vielfältigen Themen, die auch für die eigene Beratungspraxis wichtig sind, informieren und mit Betroffenen sowie ihren Zugehörigen ins Gespräch kommen.
Auf den Netzwerktreffen 06.-08.03.2009 in Dortmund, 10.-12.07.2009 in Kassel und 09.-11.10.2009 in Mannheim wurden die inhaltlichen Grundlagen für unsere Arbeit gelegt.
Neben dem Austausch über die Arbeit mit Zugehörigen haben wir an Angeboten gearbeitet, Veranstaltungen vorbereitet und die Qualifikation unserer Mitarbeiter/innen verbessert. Das Treffen im Juli 2009 in Kassel fand gleichzeitig mit den Treffen anderer Netzwerke statt und diente dabei auch der Vernetzung von Selbsthilfeaktivitäten untereinander.
Im Jahr 2009 wurden insgesamt zwei Infotage für Zugehörige als ganztätige Veranstaltungen vor Ort mit großem Erfolg durchgeführt. Bei den Infotagen in Dortmund (23.05.2009) und in Berlin (26.09.2009) wurde zu medizinischen und sozialrechtlichen Fragen von HIV und AIDS informiert und die Möglichkeit für Austausch und individuelle Gespräche zu eigenen Fragestellungen gegeben. Darüber hinaus wurde bei beiden Veranstaltungen eine Gesprächsrunde zum Thema „Wer soll es wissen?“ angeboten, die hohes Interesse fand.
Neben diesen Aktivitäten arbeiten unsere Mitglieder und Mitarbeiter/innen in regionalen Zugehörigengruppen, örtlichen AIDS-Hilfen sowie anderen Einrichtungen und leisten einen zusätzlichen Beitrag zur Verbesserung der Situation Betroffener und der Vernetzung von Selbsthilfeaktivitäten.
Die Pflege und Sicherstellung der Aktualität unseres Internetauftritts (www.angehoerige.org) gehörte ebenfalls zu unseren Aktivitäten.
Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit waren insbesondere:
- Beteiligung an der Vorbereitungsgruppe der Positiven Begegnungen 2009 und 2010 (Konferenz zum Leben mit HIV und AIDS
- Mitarbeit an bundesweiten und verbandlichen Themen im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. sowie der Mitarbeit im Gremien (Delegiertenrat, Treffen der Netzwerke)
- Bearbeitung von Presseanfragen und Begleitung von Seminar-, Haus- und Diplomarbeiten
- Durchführung kleinerer Aktionen vor Ort, im Internet, relevanten Printmedien und Beteiligung an Foren
- Infostand auf der Veranstaltung HIV im Dialog in Berlin (11.-12.09.2009)
- Teilnahme an der Tagung Leben am Lebensende – Was (bis) zuletzt wichtig ist in Berlin (BÜNDNIS90/Die Grünen, 27.-28.03.2009)
- Teilnahme Workshop Junge Menschen in der Selbsthilfe in Berlin (NAKOS, 23.-24.04.2009)
- Teilnahme am Hamburger AIDS-Kongress (28.-29.10.2009)
- Beteiligung am CSD in Berlin und Stuttgart
- Teilnahme an diversen Veranstaltungen und Weiterbildungen der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. und anderer Organisationen
Berlin, 01. Januar 2010
Der Jahresbericht 2009 steht auch als PDF-Datei zur Verfügung
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